Synagoge am
Weinhof, Ulm

Am Weinhof in Ulm stand bis zur Zerstörung 1938 durch die Nationalsozialisten die alte Synagoge. An dieser hochsensiblen Stelle im Ulmer Stadtraum, in unmittelbarer Nähe zum Schwörhaus, fügt sich der Neubau der Synagoge in das Gesamtbild ein, ohne den einzigartigen Charakter des Ortes zu verändern. Die Freistellung des Baukörpers formuliert den besonderen Rang der Bauaufgabe.

Projektdaten:

Bauherr: Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg
1. Preis Gutachterverfahren 2009

Auszeichnungen:
Preisträger des bundesweiten Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen 2013/14“

Alle Nutzungen sind in dem glatten Baukörper zusammengefügt: Foyer, Sakralraum, Mikwe (Ritualbad), Versammlungssaal, Schul- und Verwaltungsräume, sowie die Kindertagesstätte mit einem nicht einsehbaren Innenhof. Die Räume sind orthogonal organisiert. Nur der Sakralraum ist um die einzige freistehende Stütze des Gebäudes gedreht, ihre Achse verlagert sich in die Diagonale. Der Ausrichtung nach Südosten liegt eine übergeordnete religiöse Bedeutung zu Grunde, sie zielt geographisch exakt nach Jerusalem, dem geistigen und religiösen Zentrum des Judentums.

Durch den diagonal ausgerichteten Sakralraum entsteht das Eckfenster, welches mit dem Motiv des Davidsternes als Raumfachwerk spielt. Anhand von über 600 einzelne Fenster ergibt sich in der Synagoge ein vielfach illuminierter Raum mit Schwerpunkt auf dem liturgischen Herzstück, dem Thoraschrein. Die perforierte Steinfassade umspielt innen den Schrein und bildet nach außen die Synagoge ab.