k1 Wohn- und Geschäftshochhaus Jena

Ein neues Hochhaus markiert den Eingangsbereich zum Jenaer Stadtteil Lobeda: Eine Bauskulptur, die aus ihrer Umgebung erwächst und Verbindungen schafft.

Der Neubau beherbergt wichtige Verwaltungsbereiche des gegenüberliegenden Universitätsklinikums. Er vereint in sich Klinik und Gesundheit, sowie auf dem Dach gehobene exponierte Wohnnutzungen. Das multifunktionale Gebäude übernimmt daher nicht nur die Aufgabe, den Bezug zum Klinikum herzustellen. Es formuliert in seiner skulpturalen Präsenz den Anspruch, als signifikanter Auftakt zum Wohnstadtteil Lobeda-Ost wahrgenommen zu werden. Ziel ist es, die Reichhaltigkeit des Angebots wahrnehmbar zu machen und im Gebäude darzustellen. Das Motto des ksg Entwurfs: Einheit für Vielfalt.

Projektdaten:
Konkurrierendes Verfahren 2016
BGF gesamt: 6.900 m²
Fertigstellung: Mai 2020

Bauherr: jenawohnen GmbH
Architekt: kister scheithauer gross, Leipzig
Projektteam: Norman Walla, Sebastian Schröter, Patrick Karl

Bauphysik: Graner Ingenieure GmbH, Leipzig
TGA: HAUPTIG, Leipzig
Tragwerksplanung: Bollinger + Grohmann Ingenieure, Frankfurt a.M.
Landschaftsarchitekten: plandrei Landschaftsarchitektur GmbH, Erfurt

Fotos: HGEsch

„Die Situation in Jena ist von einer modernen Stadt geprägt, die mit großvolumigen Baukörpern eine fließende Stadtraumlandschaft darstellt. In diesem Kontext einer ‚suprematistischen‘ Moderne muss sich der Neubau als Solitär behaupten“, erläutert Johannes Kister den Entwurf für das erste Hochhaus in Jena nach der Wende. Neben dieser Eigenständigkeit als Architekturobjekt sind für das Leipziger Team des Büros kister scheithauer gross (ksg) auch die Bindungen und Verbindungen zum Ort. Das Grundstück wird diagonal von einem Kanal beschnitten, worauf der Bau reagiert. Zudem gibt es diagonale Bezüge zu den Naturräumen, sei es der Park oder der Blick zur Lobdeburg mit der Bergkulisse, auf die bezogen ksg die Gebäudeform entwickelt. Die außergewöhnliche Form und Mehrteiligkeit des Gebäudes ergibt sich aber auch aus dem Dialog zwischen innerer Nutzung und äußeren Gegebenheiten. Verstärkt durch ihre metallene Außenhaut entsteht eine Architektur, die als Tor den Übergang in den Stadtteil Lobeda-Ost markiert. „Schräge Metallflächen spiegeln die städtebauliche Positionierung auch im Detail wider.“, so Kister. „Eine tektonische Struktur wird sichtbar, die zwar Nutzungen lesbar macht – aber dies innerhalb der gestalterischen Ordnung der Gesamtskulptur“.

Aufgrund der Topografie ist das Gebäude aufgeständert und wird über eine Fußgängerbrücke erschlossen, die weiterführend auch den Park näher an die Straße heranrückt. Das Erdgeschoss ist großflächig aufteilbar und nimmt neben einem Café weitere Dienstleistungen auf, die über die Eingangshalle oder direkt vom Steg erreichbar sind. Die Verwaltung der Klinik beginnt im 1. Obergeschoss mit einem Empfangsbereich, der Besuchern den direkten Blick in das Atrium und in den Park öffnet. Im 6. bis 8. Obergeschoss befinden sich Penthouse-Wohnungen mit insgesamt 650 m² Wohnfläche und Lobdeburgblick in allen Wohnungen.

PLÄNE