Neubau Naturwissenschaften
an der Universität Bremen

Projektdaten:
1. Preis im nicht offenen, einstufigen Hochbauwettbewerb
BGF: 12.000 m2

Bauherr: Freie Hansestadt Bremen, vertreten durch die Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz Beauftragung nach Verhandlungsverfahren

Team: Johannes Kister (Entwurfsverfasser), Jana Wenz (Projektleiterin), Stefanie Oßenkamp, Justus Greul

Die Universität Bremen erhält ein neues Labor-, Lehr- und Bürogebäude für die Biologie. Gefordert war ein systematischer, modularer, flexibler und strukturierter Neubau, der den Anforderungen einer modernen Biologie entspricht. Im Wettbewerb überzeugte der Entwurf eines prägnanten Kopfbaus von kister scheithauer gross. „Unser Entwurf erklärt sich konzeptionell aus den Bindungen der Aufgabe, des Ortes und des Materials“, erläutert Entwurfsverfasser Johannes Kister.

Aus der ersten Bindung der Aufgabe als der Organisation der Labormodule entwickelt der Entwurf eine typologische Antwort. Eine weitere Bindung des Ortes ist das Material als Gestaltungssatzung: Es wird ein heller rot-beiger Ziegel mit geschlossenen Fugen gewählt, der die dunkelfarbigen Ziegel der Umgebung deutlich auffrischt und in dem Kontrast dazu eine Eigenständigkeit erhält. „Der Baukörper, der sich aus einer inneren Organisation begründet, ist gleichwohl in der Lage, die städtebauliche Situation zu adressieren und eine signifikante Eigenständigkeit zu entwickeln, die bildhaft die universitäre Nutzung als Forschungsgebäude in den Stadtraum trägt“, so Kister.

 

BINDUNG: AUFGABE

Der Neubau wird einerseits Arbeits- und Forschungsgruppen aufnehmen, die bereits an der Universität Bremen bestehen. Zukünftigen Forschungsgruppen soll andererseits eine flexible Infrastruktur zur Verfügung stehen. ksg planen

die Raumorganisation der drei Obergeschosse nach gleichen Prinzipien. In jedem Geschoss sind 3 Büro- und 3 Labormodule mit gemeinsamer Servicezone und einem Lehrbereich mit Lehrlabor und Seminarbereich vorgesehen. Auf kurzem Weg sind alle Bereiche fußläufig verbunden. Im EG sind Räume für Lehrveranstaltungen untergebracht, die insgesamt bis zu 191 Personen aufnehmen können.

 

BINDUNG: ORT

ksg entwerfen einen Baukörper, der mit Unterschnitten und Rückstaffelungen präzise auf den Stadtraum eingeht. Der Eingangsbereich des BIOM liegt am Campus Boulevard Ecke Leobener Strasse. Ihn markiert ein großes Vordach. In Verbindung mit der Rückstaffelung adressiert der Eingang das Gebäude nicht nur, sondern verbindet es auch mit der Nachbarschaft. Die profitiert von einer bewusst gelassenen Öffnung zwischen Kopf und Bestand. Beide Bauten stehen nicht nur respektvoll nebeneinander an der Blockkante. Es entsteht hier ein öffentlicher Durchgang in den neu gefassten Innenhof. An der Nahtstelle zwischen Lehr- Labor- und Bürobereich entsteht mit dem Innenhof eine eigene „innere Welt“, die natürliche Belichtung in das Innere des Gebäudes bringt und im Teeküchenbereich eine Kommunikationsmitte bildet, an der sich die Wege der Mitarbeiter kreuzen.

 

BINDUNG: MATERIAL

Es wird ein heller rot-beiger Ziegel mit geschlossenen Fugen gewählt, der die dunkel-farbigen Ziegel der Umgebung deutlich auffrischt.